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Die Einrichtung heute

Die Heilpädagogischen Kinderheime Bad Segeberg sind eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in der Trägerschaft der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie (NGD-Gruppe).

Wir gehören zum Jugendhilfe-Netzwerk Süd-West, einem Zusammenschluss verschiedenster Jugenhilfeeinrichtungen unseres Trägers. Somit können wir bei unterschiedlichsten Problemlagen differenzierte Hilfen koordinieren und zur Verfügung stellen.

Unsere Einrichtung steht in der pädagogischen Tradition der Heilpädagogik und bietet an ver- schiedenen Orten im Kreis Segeberg differenziert stationäre Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und junge Menschen. Wir werden nicht ausschließlich von einem theoretisch-ideologischen Konzept geleitet, sondern orientieren uns vor allem an den individuellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen.

Die den Hilfsangebote zugrunde liegenden Arbeitskonzepte orientieren sich an den sich verändernden Lebenslagen der Adressaten von Jugendhilfe und erhalten insofern zeitgemäße Prägung. Hierbei legen wir Wert darauf, das Lebensumfeld aller Betroffenen nach den aktuellen Möglichkeiten der Beteiligten mit einzubeziehen.

Die Gesamteinrichtung gliedert sich in:

  • Die Kindersiedlung Stipsdorf
  • Das Heilpädagogische Kinderheim Bad Bramstedt
  • Die Jungenwohngruppe Kastanienweg in Bad Segeberg
  • Die Wohngruppe Dorfstraße in Bad Segeberg
  • Die Wohngruppe An der Hudau in Bad Bramstedt
  • Unsere Schule für Erziehungshilfe
  • sowie unterschiedliche Formen Betreuten Wohnens

Geschichte

Eine Gruppe von Fachleuten, die aus der alten „Anstaltsidee“ heraus wollten, gründete 1960 eine heilpädagogische Einrichtung im Kastanienweg in Bad Segeberg. Die Heilpädagogik von Paul Moor* war vorrangig Ideenstifter und sollte in die Praxis umgesetzt werden. Architekten und Pädagogen planten 1967-1968 den Bau der Kindersiedlung in Stipsdorf bei Bad Segeberg. Dabei wurde der pädagogische Grundgedanke des Zusammenlebens von Kindern und Erwachsenen unter einem Dach umgesetzt.

*Prof. Dr. Paul Moor

geb. 1899 in Basel, gest. 1977 in Meilen (Schweiz); promovierte zunächst in Mathematik, um sich dann der Psychologie und der Pädagogik zuzuwenden. Assistent bei Hanselmann am Heilpädagogischen Seminar (HPS) in Zürich, von 1949 – 1961 Leiter des Instituts; ab 1951 bis 1968 außerordentlicher Professor an der Universität Zürich für den Lehrstuhl Heilpädagogik.

  1. „Der Behandlung des Kindes hat seine Erfassung voranzugehen; erst muss man das Kind verstehen können, dann erst kann man es erziehen.“
  2. „Die wesentliche pädagogische Aufgabe besteht nicht darin, etwas zu tun gegen den vorliegenden Fehler, sondern etwas zu tun für das Fehlende.“
  3. „Es ist nie nur das Kind, sondern immer auch seine Umgebung zu erziehen.“

(Lehrbuch „Heilpädagogik“)

Eine Erweiterung der Heilpädagogischen Kinderheime erfolgte 1973 mit der Übernahme eines Wohnheims in Bad Bramstedt. Hier fand eine Umstrukturierung nach dem Vorbild von Stipsdorf statt. Um den älteren Jugendlichen einen adäquaten Rahmen zur Verselbstständigung geben zu können, wurden ab 1976 verschiedene Wohngemeinschaften gegründet.

Alle Gruppen waren schon damals Heimat für Kinder und Jugendliche mit außergewöhnlich belasteten Biografien.

Bereits seit 1967 wurde für Kinder, die nicht die Regelschule besuchen können, ein differenziertes Schulangebot entwickelt. Heute verfügen wir in unserer „Schule am Kastanienweg“ (Schule für Erziehungshilfe) über ein Beschulungsangebot von der 1. bis zur 9. Klasse. Das vorrangige Ziel ist eine Rückführung in das Regelschulsystem.